BWZ

BILDUNGS- UND WISSENSCHAFTSZENTRUM DER BUNDESFINANZVERWALTUNG in Köln

Zirkuläre Identität II


In Kollaboration mit LHVH Architekten, Köln


2022 bis 2028

Schrägluftbild des Bildungs- und Wissenschaftszentrums Köln vor der Fassadensanierung mit Ziegelfassaden, Fensterbändern und grüner Umgebung.

1992-2026

Bestandszeichnung der Südwestansicht des Bildungs- und Wissenschaftszentrums Köln mit gegliederter Ziegelfassade und Gebäudestruktur.

1992

Re-Use Ziegel
Diagramm des Re-Use-Prozesses für die Fassadensanierung des BWZ Köln: Rückbau, Reinigung, Wiederverwendung und Neuaufmauerung der Verblendziegel.

Bestands-Verblendfassade

Schonender Rückbau

Reinigung und Aufbereitung Ziegel

Re-Use-Verblendfassade

Mustertest zur Wiederverwendung der Verblendziegel am Bildungs- und Wissenschaftszentrum Köln mit Rückbau, Reinigung und Wiedereinbau der Bestandsziegel.

Mustertest 2025

Detail der zirkulären Fassadensanierung am BWZ Köln mit wiederverwendeten Verblendziegeln aus der urbanen Mine des Bestands.

Detail Mustertest 2025

RE-USE ZIEGELFASSADE

Substanz als Ressource


Das Bildungs- und Wissenschaftszentrum der Bundesfinanzverwaltung in Köln wird aus dem Bestand heraus weiterentwickelt. Auslöser der Maßnahme sind konstruktive Schäden an der Verblendfassade. Die notwendige Erneuerung wird jedoch nicht als Abriss und Ersatz verstanden, sondern als Möglichkeit einer zirkulären, energetischen und gestalterischen Transformation.


Die bestehende Ziegelfassade prägt das Gebäude durch Materialität, Schichtung und Patina. Sie wird zum Ausgangspunkt des Entwurfs. Der Rückbau der Verblendschale erfolgt schadensarm und sortenrein, die Ziegel werden gereinigt, geprüft und in der neuen Fassade wiederverwendet. Das Gebäude wird damit selbst zur urbanen Mine. Notwendige Ergänzungen erfolgen gezielt, durch passende Neuziegel oder Bestandsziegel aus anderen Rückbauquellen.


Die neue Fassadenschale schreibt das vorhandene Mauerwerksbild fort, ohne den Bestand zu kopieren.

Unterschiede in Brennfarbe, Maß und Oberfläche der Re-Use-Ziegel werden nicht kaschiert, sondern kompositorisch gefasst. Aus der Ferne entsteht eine ruhige, zusammenhängende Gebäudehülle, aus der Nähe bleibt die Vielschichtigkeit des Materials sichtbar.


Auch die vorhandenen Holz-Aluminium-Fensterrahmen bleiben weitgehend erhalten. Durch den Austausch der Verglasung wird die energetische Qualität verbessert, ohne funktionstüchtige Bauteile unnötig zu ersetzen. Die Sanierung folgt damit einem Prinzip des Weiterbauens mit Augenmaß: so viel Ertüchtigung wie nötig, so wenig Materialeinsatz wie möglich.


Die Fassadensanierung bewahrt die Identität des Gebäudes und führt sie zeitgemäß fort. Die Ziegelfassade wird neu gelesen, die energetische Qualität verbessert und die vorhandene Substanz im Kreislauf gehalten. Aus dem Bestand entsteht ein weitergebautes Haus, das seine Geschichte nicht verbirgt, sondern als Ressource in die Zukunft trägt.

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