Instandsetzung/ Sanierung, Umbau und Umnutzung der Remise sowie Teilsanierung und Teilumbau des Haupthauses (Trierer Quereinhaus) des denkmalgeschützten Ensembles eines ehemals önologisch genutzten Hofs aus dem Jahr 1880 in Saarburg bei Trier
2015 - 2019
REMISE SAARBURG
Weiterbauen im denkmalgeschützten Hofensemble
Ein denkmalgeschützter Hof in Saarburg, ehemals önologisch genutzt, wurde um eine zweite Wohneinheit erweitert. Nach einem Variantenvergleich fiel die Entscheidung, die Remise zu sanieren, umzubauen und mit Teilen des Haupthauses, einem Trierer Quereinhaus von 1880, räumlich zu verbinden. So entsteht aus Wirtschaftsgebäude und Bestand ein neues Wohngefüge, das die Geschichte des Ortes bewahrt und zugleich in eine zeitgemäße Nutzung überführt.
Die Remise wird innenräumlich neu organisiert. Die große Halle an der Schnittstelle zum Haupthaus bildet den gemeinschaftlichen Mittelpunkt mit Küche, Essplatz und großzügigen Öffnungen zum Garten- und Remisenhof. Im rückwärtigen Teil liegen Schlafräume, Bäder und private Rückzugsbereiche; das Lesezimmer gliedert die Abfolge der Räume. Der Haupteingang befindet sich im Nordteil des Quereinhauses und wird über eine vorgestellte Rampe aus Sichtbeton barrierefrei erschlossen. Zwei eingeschnittene Durchgänge verbinden Entrée und Küche als kurze Wege durch den Bestand.
Architektonisch entsteht ein Dialog aus alter Substanz und präzisen neuen Setzungen. Die innere Struktur der Remise wird durch eingestellte Sichtbetonwände rhythmisiert. Das Dach wird in seiner ursprünglichen Geometrie als Schmetterlingsdach mit mittiger Kehle wieder aufgebaut und unterhalb der Traufe an das Haupthaus angeschlossen. Neue Fenster, Türen, Klapp-, Falt- und Schiebeläden folgen den Vorgaben des Denkmalschutzes und nehmen den Duktus des Bestands auf.
Die Materialität des Hauses ist robust, handwerklich und ortsbezogen. Sichtbeton, Schiefermauerwerk, belgischer Blaustein, gewachste Eichendielen, Zinkstehfalz, Holzfenster und Trasskalkputz verbinden traditionelle Bauweisen mit einer zeitgemäßen Architektursprache. Das freigelegte Schiefermauerwerk im Entrée erinnert an die Herkunft des Ensembles und empfängt Besucherinnen und Besucher mit der atmosphärischen Dichte des ehemaligen Hofs.